Trauerbegleitung bei Fehl- und Totgeburt

 

 
Haben Sie eine Fehl- oder Totgeburt erlitten?

Kann Ihnen niemand dabei helfen und Sie unterstützen?

Versteht niemand, wie es Ihnen geht und dass Sie total am Boden zerstört sind?

Fühlen Sie sich leer und allein? Hat Ihr Körper Sie im Stich gelassen?

Denken Sie, dass Sie etwas falsch gemacht oder versagt haben?

Haben Sie Angst, dass Sie nie ein gesundes Kind auf die Welt bringen werden?

 

Ich bin heute eine glückliche Mutter von zwei Töchtern (18 und 20 Jahre alt). Ich erlebte vier Fehlgeburten und eine Totgeburt, die mich enorm belasteten.

 

 

Nach meiner Totgeburt hatte ich ein Gespräch mit dem Chefarzt der Klinik in Lancaster (England). Er stand kurz vor der Pensionierung. Ich sagte zu ihm, dass das ja wohl Routine für ihn sei, wenn Frauen Fehlgeburten und Totgeburten erlitten.
Aber er entgegnete:

„Das muss für eine Frau so furchtbar traurig sein und unfassbar und nicht aushaltbar. Es ist das Traurigste in meinem Job als Frauenarzt, dies mit den Frauen zu erleben. Ich fühle mich von Hilflosigkeit überwältigt, wenn ich diese kleine Leben nicht retten und die Frauen nicht trösten kann. Etwas Schlimmeres kann es eigentlich kaum geben.“

Er war da im tiefsten Moment der Trauer – hielt den Raum – akzeptierte meinen tiefen Schmerz und seine Hilflosigkeit und schenkte mir Empathie in diesem Moment. Dies gab mir Raum und Zeit zu trauern, wie es für mich gerade stimmig war.

Das führte dazu, dass ich später eine einjährige Ausbildung für Sterbe- und Trauerbegleitung absolvierte, um Menschen bestmöglichst helfen zu können, die etwas Ähnliches erlebt haben.

Ich lade Sie ein, für Sie den Raum zu halten. Ich werde nicht versuchen Sie zu trösten. Ich werde nicht versuchen durch Statistiken aufzuzeigen, dass es völlig normal ist, eine Fehl- oder Totgeburt zu erleben. Damit würde ich nur Ihren tiefen Schmerz degradieren. Ich weiss, dieser Schmerz ist so tief und so gross. Ich habe keine Angst vor Ihren Tränen. Ich werde Sie begleiten auf Ihrem Weg der tiefen Trauer, bis in Ihrem Leben wieder Zuversicht und Freude einkehrt.

Oftmals belasten solche Ereignisse auch die Beziehung der beiden Menschen, die das Kind verloren haben, sehr stark. Mein Mann und ich hatten das grosse Glück, dass wir Hilfe fanden, dank der wir die Trauer und den Verlust jeder für sich persönlich und auch gemeinsam tragen und heilen konnten.

Das ist ganz besonders auch deshalb wichtig, damit nicht Kinder, die später geboren werden, den ungelösten Schmerz der Eltern spüren und mittragen müssen. Sie sollen frei sein und ihr Leben leben können, ohne das Gefühl zu haben, sie müssten auf ihre Eltern aufpassen, sie trösten oder aus lauter Rücksichtnahme auf die Eltern auf Zehenspitzen durchs Leben gehen.

Wenn Eltern etwas derart Schmerzhaftes erleben, ist Hilfe auch deshalb wichtig, damit die Beziehung an dieser Last nicht zerbricht.

Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen bei jemandem, der weiss, wie es sich anfühlt und der Ihnen als Paar oder als Einzelperson professionell und einfühlsam zur Seite stehen kann. Das ist es, was Sie hier bei mir finden können.